26.11.2025

Work-Life Balance für Frauen: Regionen benannten Hindernisse für Gleichstellung und den Weg zu einem würdigen Leben

In den vergangenen Monaten fanden in Trebišov, Michalovce und Košice drei Diskussionsveranstaltungen statt, die sich den Themen Gleichstellung, Arbeit, Würde und Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben von Frauen widmeten. An den Diskussionen nahmen Expertinnen, Vertreter:innen von Institutionen, Kommunalverwaltungen, Arbeitgebern, Nichtregierungsorganisationen und der Öffentlichkeit teil.

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Der Diskussionszyklus wurde vom Amt des Regierungsbevollmächtigten für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Zusammenarbeit mit der FES, KOZ SR und dem Slowakischen Nationalen Zentrum für Menschenrechte (SNSĽP) organisiert. Die Teilnehmer:innen hatten die Möglichkeit, mit Simona Zacharová, Regierungsbevollmächtigte für die Entwicklung der Zivilgesellschaft, Monika Uhlerová, Präsidentin KOZ SR, Sylvia Porubänová, Geschäftsführerin SNSĽP, und Zuzana Homer, Leiterin der Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Slowakei, zu diskutieren. Gemeinsam brachten sie die Perspektiven des Staates, der Gewerkschaften, der Menschenrechte sowie internationale Erfahrungen ein.

Die Veranstaltungen reagierten auf langfristige Probleme, mit denen Frauen in der Slowakei konfrontiert sind – Ungleichheiten bei der Bezahlung, schwierige Rückkehr auf den Arbeitsmarkt nach der Elternschaft, Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen, begrenzte Möglichkeiten flexibler Arbeit oder schwache systemische Unterstützung. In Michalovce wurde auch das Thema niedriger Löhne und Arbeitszeitverkürzung angesprochen, die sich in der Praxis oft als nicht funktionierende Lösung erwiesen hat, die zu weiterer Überlastung der Menschen führt anstatt zu wirklicher Balance.

Die Diskussionen in den Regionen bestätigten, dass die Balance zwischen Arbeit und Leben kein Luxus ist, sondern die Grundlage eines würdigen Lebens. Schrittweise wurde daher der ursprüngliche Fokus auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie um eine breitere Perspektive erweitert, die auch die Freizeit, Erholung, das Gemeinschaftsleben und Raum für sich selbst umfasst. In Trebišov galt besondere Aufmerksamkeit auch der Situation von Frauen aus marginalisierten Roma-Gemeinschaften, wo der Bedarf an langfristiger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Schulen, Arbeitgebern und Kommunalverwaltungen besonders dringend ist.

An den offenen Diskussionen in den einzelnen Städten beteiligten sich Vertreter der Kommunalverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen, Arbeitgeber sowie die Öffentlichkeit, die konkrete Erfahrungen und Anregungen direkt aus den Regionen einbrachten. Die Diskussionen ließen sich auch von Beispielen guter Praxis aus Deutschland inspirieren und bestätigten, dass Lösungen von den realen Lebensbedingungen in den einzelnen Regionen der Slowakei ausgehen müssen.

Das Ziel des einjährigen Zyklus ist es, eine Publikation – einen Sammelband – vorzubereiten, der die Erkenntnisse, Ergebnisse und Empfehlungen aus den einzelnen Diskussionen zusammenfasst. Diese sollen als Grundlage für weitere Schritte im Bereich der Förderung von Gleichstellung, flexiblen Arbeitsbedingungen und zugänglichen Dienstleistungen dienen, damit Frauen in der Slowakei würdig leben und arbeiten können.

Trebišov

Michalovce

Košice

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