25.05.2026

Ženy v médiách: Diskusie o témach dneška

Die Friedrich-Ebert-Stiftung in der Slowakei veranstaltete im Frühjahr 2026 gemeinsam mit der Plattform Ženy v médiách (Frauen in den Medien) zwei öffentliche Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Im März begrüßten die Veranstalter die tschechische Trendforscherin Pavlína Louženská, die aufzeigte, wie sich zukünftige Entwicklungen in Medien und Gesellschaft erkennen und einordnen lassen. Die zweite Veranstaltung im Mai widmete sich den geschlechtsspezifischen Dimensionen des Falls Jeffrey Epstein sowie der Frage, wie Medien über Opfer sexualisierter Gewalt und die Verantwortung der Täter:innen berichten. Ziel beider Veranstaltungen war es, einen Raum für einen fachlichen Austausch über Themen zu schaffen, die den öffentlichen Diskurs und die Arbeit der Medien maßgeblich prägen.

Die Märzveranstaltung eröffnete Pavlína Louženská mit einem Vortrag darüber, wie sich die Möglichkeiten zur Vorhersage gesellschaftlicher und medialer Entwicklungen in den vergangenen Jahren verändert haben. Sie erläuterte, dass sich noch vor etwa zehn Jahren Entwicklungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über mehrere Jahre hinweg prognostizieren ließen, während sich der Zeithorizont verlässlicher Vorhersagen in der heutigen, dynamischen Welt deutlich verkürzt habe. Darüber hinaus stellte sie Methoden des Trendforecastings, relevante Informationsquellen für die Identifikation neuer Trends sowie Ansätze zu deren kritischer Analyse und praktischer Anwendung vor.

Die anschließende interaktive Diskussion bot den Teilnehmenden Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Vertiefung der behandelten Themen. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung globaler Megatrends, gesellschaftliche Entwicklungen, die zunehmend in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken, sowie die Frage, warum es für fundierte Zukunftsprognosen wichtig ist, nicht nur dominante Trends, sondern auch Gegenbewegungen zu beobachten. Die lebhafte Debatte verdeutlichte das große Interesse der Teilnehmenden daran, die Mechanismen besser zu verstehen, die den Wandel von Medien und Gesellschaft prägen.

Die zweite Diskussionsveranstaltung widmete sich dem Fall Jeffrey Epstein und seinen weitreichenden gesellschaftlichen Implikationen. Die Journalistin Karolína Kiripolská (Denník N), die Gender-Expertin Zuzana Maďarová sowie die Moderatorin Miriam Zsilleová diskutierten über die Stellung von Opfern sexualisierter Gewalt, die mediale Darstellung von Tätern und die Rolle geschlechtsspezifischer Stereotype in der öffentlichen Auseinandersetzung mit solchen Fällen. Karolína Kiripolská beleuchtete den Fall aus journalistischer Perspektive und ging auf die Verantwortung der Medien bei der Aufdeckung systemischer Missstände sowie auf die Herausforderungen einer verantwortungsvollen Berichterstattung über sensible Themen ein. Zuzana Maďarová ergänzte die Diskussion um eine geschlechterpolitische Perspektive und machte auf Mechanismen aufmerksam, die dazu beitragen, Aussagen von Betroffenen infrage zu stellen oder bestehende Machtungleichgewichte zu übersehen, die solche Fälle überhaupt erst ermöglichen.

Die Diskussionsteilnehmerinnen befassten sich zudem mit den gesellschaftlichen Folgen des Falls und damit, wie Medien die öffentliche Wahrnehmung von Opfern und Tätern sexualisierter Gewalt beeinflussen. Sie betonten die Notwendigkeit einer sensiblen, faktenbasierten und geschlechterbewussten Berichterstattung, die die Erfahrungen der Betroffenen ernst nimmt, ohne stereotype Darstellungen zu reproduzieren.

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