17.03.2026

Der Wärmepumpensektor als Säule der neuen Wettbewerbsfähigkeit der Slowakei

Die Studie bestätigte die Vorreiterrrolle der Slowakei innerhalb der EU im Bezug auf Wärmepumpen. Jedoch wird ein weiterer Wachstum durch strukturelle Barrieren im Bezug auf eine koordinierte Industriestrategie und eine Ausbalancierung der Preise im Verhältniss zu Gas verhindert. Die wichtigsten Empfehlungen sind bessere Koordinierung sowie Investitionen in die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte. Die Slowakei sollte diesen Moment der Möglichkeit nicht verpassen.


„Eine neue Ära der Wärme und Kälte“ lautet der Titel einer Studie, die in Zusammenarbeit mit der Klimainitiative der Slowakei und der FES-SK von einem Expertenteam unter der Leitung der SKI-Koordinatorin Kateřina Chajdiaková erstellt wurde. Die wichtigste Botschaft der Studie lautet, dass die Slowakei heute über einen Wirtschaftssektor verfügt, der das Potenzial hat, zu einer der tragenden Säulen der neuen Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu werden.
Der Bereich der Herstellung, Installation und des Betriebs von Wärmepumpen verzeichnet heute einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro, beschäftigt mehr als 16.500 Menschen (etwa so viele wie Volkswagen Slovakia und US Steel zusammen) und umfasst etwa 1.500 Unternehmen in allen Regionen der Slowakei. Dies ist besonders wichtig, wenn man die anhaltenden und stellenweise sehr ausgeprägten regionalen sozioökonomischen Unterschiede im Land berücksichtigt.
Mit jährlichen Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro verfügt der Wärmepumpensektor über ein starkes Wachstumspotenzial. Obwohl die Slowakei als eines der Zentren der Wärmepumpenentwicklung angesehen werden kann, werden diese Innovationen auf dem heimischen Markt nur in geringem Maße genutzt. Eine stärkere Nutzung von Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen wäre unter anderem eine Gelegenheit, die Abhängigkeit von Gas im Bereich der Wärmeversorgung zu verringern.
Das Wachstum des Sektors wird jedoch durch strukturelle Hindernisse gebremst – instabile Finanzierung von Förderprogrammen für Haushalte, Mängel in der beruflichen Ausbildung, aber auch eine ungeeignete Preisgestaltung im Wärmesektor. Andererseits hat sich gezeigt, dass staatliche Fördermittel einen positiven Einfluss haben. Die Fördermittel im Rahmen des Programms „Zelený dom“ (Grünes Haus) waren sehr erfolgreich. Jeder Euro, den der Staat investierte, brachte 2,70 Euro zurück in die heimische Wirtschaft.
Die Slowakei ist Teil des sogenannten „Heat Pump Valley“, einer Region aus Polen, Tschechien und der Slowakei mit bedeutendem Entwicklungspotenzial. Auch aus diesem Grund ist es notwendig, dass der Staat mit seiner Politik dieses, aber auch andere Segmente der Energiewende aktiv unterstützt, die zur Verringerung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe sowie zu höherer Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beitragen
 

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