15.12.2023

Online-Diskussion: Europa stellt auf eine 4-Tage-Woche um

Eine verkürzte Arbeitswoche – 4 Tage Arbeit und 3 Tage Ruhe – ist ein Modell, das in immer mehr EU-Ländern und weltweit übernommen wird. Auch slowakische Gewerkschafter:innen würden eine solche Änderung im Arbeitsrecht gerne umsetzen. Die Präsidentin von KOZ SR Monika Uhlerová erklärt im Gespräch mit Eva Mihočková, Chefredakteurin des außenpolitischen Portals von SFPA, wie es in der Praxis funktionieren würde und ob es in jeder Art von Beschäftigung anzuwenden ist.

Die verkürzte Arbeitswoche ist die unvermeidliche Zukunft, die uns erwartet. Dies wird auch durch Beispiele aus mehreren europäischen Ländern bestätigt. Die Frage ist nicht mehr, ob wir eine verkürzte Arbeitswoche einführen werden, sondern wann und in welcher Form, denn es gibt viele Modelle und Umsetzungsmöglichkeiten. Wie Monika Uhlerová betont, die Arbeitsformen und der Arbeitsmarkt verändern und entwickeln sich, aber unser Denken ist immer noch auf die 5-Tage-Woche und 40 Stunden fixiert. Dieses Modell wurde in unserem Land vor mehr als 100 Jahren eingeführt, doch unter dem Druck von Digitalisierung, Automatisierung, künstlicher Intelligenz und den Auswirkungen der Klimakrise muss es langsam geändert werden.

Die Gewerkschaften drängen auf eine echte Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnkürzungen, während das Idealmodell eine 4-Tage-Woche, 8 Stunden am Tag und ein 3-Tage-Wochenende wäre. Dennoch lässt sich dieses Modell, wie M. Uhlerová behauptet, nicht flächendeckend anwenden, da der Arbeitsmarkt sehr diversifiziert unf vielfältig ist. Aus diesem Grund ist die Debatte um eine Arbeitszeitverkürzung komplizierter und es sollten auch andere Modelle in Betracht gezogen werden, wie z. B. Kürzung des Arbeitszeitkontos, bei dem die 5-Tage-Woche beibehalten, aber auf 30 Arbeitsstunden reduziert würde.

Mit der Einführung solcher Änderungen sind in der Regel gewisse Bedenken verbunden, z. B. in Bezug auf die Arbeitsproduktivität. In der Gesellschaft herrscht ein Irrglaube, dass die Produktivität mit der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden zusammenhängt und proportional dazu steigt. Die Arbeitsproduktivität steigt jedoch durchndere Instrumente - Investitionen in (neue) Technologien, Ausbildung der Arbeitskräfte, Qualität der Arbeitsumgebung etc. Wie der Präsident von KOZ SR feststellt, "haben die Länder mit dem niedrigsten Arbeitsstundenvolumen auch die die höchste Arbeitsproduktivität". Verschiedene Experimente haben positive Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber und damir auch auf die Wirtschaft selbst. Der Vorteil einer Arbeitszeitverkürzung ist eine höhere Produktivität und ausgeruhte und effizientere Arbeitskraft.

Die ganze Diskussion auf Slowakisch finden Sie HIER

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